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Zeugnis 2017 (3): Pädagogische Mitarbeiter

In der gesamten Diskussion um Versorgung mit Lehrkräften, Stundenausfällen, rückt das Thema Pädagogische Mitarbeiter in den Hintergrund. Auch dieses Feld ist er sehr wichtig, denn hier fand und findet in Grundschulen ein Abbau statt, der tiefe Spuren in der vom Bildungsministerium so hoch gelobten Bildungslandschaft hinterlässt.

Pädagogische Mitarbeiter:  Keine Note, da Fachbereich in Auflösung!

Konzept Bildungsmnisteriums 2014

Grundlage für diese Aussage ist das “Konzept für den Einsatz von pädagogischen Mitarbeitern” des Bildungsministeriums Stand 26.04.2014. Daraus geht hervor:
  • In den kommenden 8 Jahren gehen beinahe 50% der Pädagogischen MitarbeiterInnen in Rente.
  • Das Berufsprofil “Pädagogische Mitarbeiter” ist ein Auslaufmodell, Nachwuchs wird nicht mehr ausgebildet.
  • Stattdessen sollen neu MitarbeiterInnen aus verschiedenen definierten Studiengängen die Lücken füllen, wobei auch von “Leistungserbringern” gesprochen wird. 
Konzept Bildungsministeriums 2014

Der Unterschied zwischen 2014 und 2016
Was bereits im Konzept auf einen deutlichen Abbau der Personalausstattung von Grundschulen hinweist, hat durch neue Maßnahmen der Bildungsdirektion eine zusätzliche Dynamik gewonnen:

  • Nach 20 Jahren Nicht- oder nur Teilanerkennung der DDR-Diplome kriegen über 100 Pädagogische Mitarbeiterinnen plötzlich Stellenangebote als Klassenlehrkraft, fehlen also im Tableau des Konzeptes von 2014. Die entstehenden Löcher sind gravierend, müssen teilweise durch Überstunden der Lehrkräfte aufgefangen werden.
  • Ersetzt werden diese Abgänge nicht und wenn doch,  vielerorts durch Menschen, welche über 50+ Programme zuerst “in Arbeit” gebracht werden und sich plötzlich in der Funktion der pädagogischen Mitarbeiterin wiederfinden. Mit welcher Qualifikation?
  • Das Bildungsministerium schließt also eine Lücke, indem an einem andern Ort ein neues Loch aufgerissen wird...

Der Qualitätsabbau ist gravierend

  • Arbeitsbelastung für Lehrkräfte steigt wegen erhöhter Klassenrichtwerte und nicht mehr anrechenbarer Sonderfunktionen innerhalb der Schule ohnehin schon an.
  • Versorgungslücken im Schulalltag durch Abbau der Pädagogischen Mitarbeiter steigen und müssen, genau so wie der Krankenstand von Lehrkräften, durch das “Rest-Kollegium” aufgefangen werden. Über Monate!
  • Folgen sind vielfach psychische und physische Überbelastung des verbliebenen Rumpfteams, neuer krankheitsbedingter Ausfall, noch mehr Arbeit auf noch weniger Schultern. Ein Teufelskreis.

Es wird weiter an der Sparschraube gedreht !

Das alles haben Eltern, Lehrkräfte, insbesondere Schulleitungen schon längst wahrgenommen und sind entsprechend aufgebracht. Schulleiter kriegen dann einen Maulkorb verpasst, Eltern werden auf bessere Zeiten vertröstet (wie lange schon??) und die Lehrkräfte selbst sollen jetzt mit Überstundenbonus motiviert werden, doch einfach etwas mehr zu arbeiten. WAS passierte denn bisher? Wieviele Prozent der geleisteten Überstunden konnten bezogen werden, wieviele sind ersatzlos mit Ende des Schuljahres verfallen? Was für ein Arbeitgeber!!!

Ganz genial der aktuellste Vorschlag der SPD mit Anrechnung der Überstunden auf Lebensarbeitszeit = frühere Verrentung! Darf man nachfragen? Bei frühzeitigem Ableben der Lehrkraft oder Ausscheiden aus dem Arbeitsverhältnis fällt die erwirtschaftete und nicht ausbezahlte Leistung der verstorbenen Person an den Staat, in die Erbmasse oder gibt es eine Barauszahlung? Billiger geht es wohl nicht mehr! Andere Länder kennen bezahlten Bildungsurlaub von bis zu 6 Monaten nach 10 Jahren Diensttätigkeit oder Sabbat-Jahr, teilweise kombiniert mit Bildungsurlaub, der Rest unbezahlt.

DAS die ernüchternde Bilanz zum Ende des Schuljahres mit wenig Aussicht auf wirkliche Veränderung für 2017/18.

Wir weisen hin auf das Volksbegehren "Den Mangel beenden..unseren Kindern eine Zukunft geben". Ziel des Begehrens ist es, dass das Land bedeutend mehr Mittel zur Verfügung stellt, um die benötigten Lehrkräfte anzustellen.


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